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War der Ausstieg aus der Atomenergie falsch...? 28 Nov 2021 18:17 #97597

Das widerspräche der alten Tradition Rohstoffe billig einzukaufen und selber zu veredeln um daraus ein Geschäft zu machen. Deshalb wird auch z.B. in Afrika keine Schokolade hergestellt, sondern nur Kakao angebaut.

Die alte Tradition beruht auf Ausbeutung.

Das ist mir schon klar und anderen vermutlich auch. Das alte Problem eben. Wer selber keine oder nur wenig Rohstoffe hat, der hat nur zwei Optionen: Rohstoffe günstig importieren und daraus hergestellte Fertigprodukte exportieren oder Fertigprodukte importieren und eigene, hochwertigere Produkte exportieren. Beispiel Schweiz: Dort gibt es praktisch keine Rohstoffe und auch keine eigene Schwerindustrie. Also importiert man mehr oder weniger fertige Produkte, Halbzeug, und macht daraus sehr hochwertiges Zeug wie Schmuck, Uhren und Maschinen, Finanzprodukte, chemische und pharmazeutische Produkte, die man dann exportieren kann.
Also sprach das Photon: Wo wir sind ist vorne! Und sollten wir mal hinten sein, dann ist hinten vorne!

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War der Ausstieg aus der Atomenergie falsch...? 28 Nov 2021 23:58 #97603

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Dass es viel einfacher ist mit australischem Wasserstoff Eisenerz aus Australien in Australien zu verhütten und den dann nach Deutschland zu transportieren ist offensichtlich noch keinem aufgefallen. So hangelt man sich seit Jahren von einem Schildbürgerstreich zum nächsten.

Du denkst global planwirtschaftlich. Unternehmen denken gewinnorientiert und wollen die Produktionsstätten in D kostengünstig weiter betreiben, andere werden vielleicht die Chance wahrnehmen und auswandern.... wo soll jetzt da der Schildbürgerstreich lauern?

Der Lebensstandart wird sich weltweit einander angleichen.

Mag sein, dass sich dann die Geschäftsmodelle verändern werden. In erster Linie regelt der Preis die Reaktionen des Marktes.
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War der Ausstieg aus der Atomenergie falsch...? 29 Nov 2021 09:44 #97608

Du denkst global planwirtschaftlich. Unternehmen denken gewinnorientiert und wollen die Produktionsstätten in D kostengünstig weiter betreiben, andere werden vielleicht die Chance wahrnehmen und auswandern.... wo soll jetzt da der Schildbürgerstreich lauern?

Eisenerz und Wasserstoff von A nach D zu transportieren ist immer unwirtschaftlicher und auch umweltschädlicher als in A produziertes Eisen einzuführen. Den Transport des Wasserstoffs kann man dabei einsparen. Der Abfall der bei der Produktion entsteht muss dann auch nicht erst nach D transportiert werden. Das Prinzip dahinter dürfte fundamental sein.

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War der Ausstieg aus der Atomenergie falsch...? 29 Nov 2021 10:36 #97609

Du denkst global planwirtschaftlich. Unternehmen denken gewinnorientiert und wollen die Produktionsstätten in D kostengünstig weiter betreiben, andere werden vielleicht die Chance wahrnehmen und auswandern.... wo soll jetzt da der Schildbürgerstreich lauern?

Eisenerz und Wasserstoff von A nach D zu transportieren ist immer unwirtschaftlicher und auch umweltschädlicher als in A produziertes Eisen einzuführen.


Umweltschädlicher ja, unwirtschaftlicher nein. Rainer hat recht: "Du denkst global planwirtschaftlich." Die Frage ist doch, wo und für wen ein wirtschaftlicher Nutzen entsteht.

Wenn du z.B. Wolle von weit her kommen lässt und bezahlst, dann hier noch Arbeitslohn bezahlst für die Weiterverarbeitung zu hochwertiger Kleidung, die dir mehr einbringt als Wolle und Arbeit gekostet haben, dann nützt es wirtschaftlich a) dem Schäfer, der die Wolle herstellt und dem Händler, der sie dir liefert, b) den hiesigen Arbeitskräften, die sie verarbeiten und Lohn von dir bekommen, c) dir selbst als Fabrikant, der schließlich den Gewinn abschöpfen darf und d) dem hiesigen Staat, der Steuern von dir und deinen Arbeitskräften kassiert.

Wenn statt dessen die fertige Wollkleidung vor Ort beim Erzeuger (dem Schäfer) produziert wird, dann nützt es wirtschaftlich vor allem den Menschen dort, die den Arbeitslohn bekommen und dem Fabrikanten dort, der Gewinn macht und dem Staat dort, der die Steuern kassiert. Du selbst bist hier kein Fabrikant und kannst max. als Händler profitieren, der zuerst den fernen Fabrikanten und den Zwischenhändler bezahlen muss, der dir die Ware liefert, und du musst beim Verkaufen noch etwas draufschlagen, um überhaupt einen Gewinn machen zu können.

Wirtschaftlich ist es in beiden Fällen, fragt sich nur für wen am meisten. Dinge an sich haben keinen Wert. Es immer nur der Wert, den man ihnen beimisst, rein subjektiv. Warum gibt es arme und reiche Menschen, arme und reiche Länder? Wenn man zwei Menschen mit ihrem Hab und Gut vergleicht, einer lebt hier, der andere in einem armen Entwicklungsland, und beide besitzen das gleiche: Ein kleines Haus mit Garten, Herd, Bett, Fernseher und die üblichen gewissen Gegenstände, die man so zu einem angenehmen Leben hat: Wer ist dann der Arme und wer der Reiche? Der im Entwicklungsland wird immer als der Arme angesehen, nur weil der Umrechnungskurs für seinen Besitz in Geld zu seinem Nachteil ausfällt. Hier könnte er sich für sein Haus nicht mal eine kleine Wohnung kaufen, also gilt er als der Ärmere. Aber das ist Unsinn. Wahrscheinlich ist er reicher, weil er vllt. in der schöneren Umgebung lebt, ein entschleunigteres Leben hat, schlichtweg zufriedener ist.

Um zum Thema zurückzukommen: Der Energiehunger der west. Industriestaaten ist reine Gewohnheit, eigentlich eine Sucht. Wir ersticken in dem ganzen Schnickschnack, den wir mit viel Aufwand herstellen und unbedingt besitzen wollen, weil es ja so neu und fortschrittlich ist. In der 70ern gab es täglich Fernsehwerbung für Waschmittel, gefühlt jede Woche ein "Neues", dass noch weißer wusch als weiß und alle Vorgänger, und die Leute wollten es dann haben, und Zeugs wie elektrische angetriebene Küchenmesser, Brotschneeidemaschinen und und und. Geht's noch? Bevor man so ein Messer in die Steckdose gestöpselt hat, hat man mit einem gewöhnlichen Messer den Schneidejob schon erledigt. Für solches G'lump gingen die Leute zur Arbeit und fühlten sich toll, wenn sie sich das dann leisten konnten. Heute ist es nicht anders, nur sind die Produkte anders. Jetzt sind es halt bunte, fernsteuerbare Lampen, akkubetriebene kl. Buetooth-Lautsprecher, Smartphones zum süchtig werden... und alles auf Kosten der Umwelt. Ein Wahnsinn. Und was noch schlimmer ist: Die Leute in ärmeren Ländern wollen das jetzt auch, weil sie es im Internet gesehen haben, und verhunzen dafür die Umwelt weiter, schließlich haben sie das gleiche Recht auf den ganzen Schnickschnack.
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Letzte Änderung: von Steinzeit-Astronom.

War der Ausstieg aus der Atomenergie falsch...? 29 Nov 2021 11:10 #97611

Das Beispiel mit der Wolle hinkt ja wohl. Analog zu Wasserstoff und Eisenerz müsste man da einmal schauen, was passiert, wenn wir Gras aus Neuseeland einführen müssten um ebenfalls aus Neuseeland eingeführte Schafe damit zu füttern, damit wir die dann scheren könnten um Wolle zu gewinnen. Da ist es auch einfacher die Schafe in Neuseeland zu scheren und die Schafwolle zu verschicken.

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War der Ausstieg aus der Atomenergie falsch...? 29 Nov 2021 11:14 #97612

"Das Beispiel mit der Wolle hinkt ja wohl."
Mann, das sind unwichtige Details. Natürlich ist Wolle etwas anderes als Wasserstoff. Es geht um's wirtschaftliche Prinzip. Und das ist immer gleich.
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Letzte Änderung: von Steinzeit-Astronom.

War der Ausstieg aus der Atomenergie falsch...? 29 Nov 2021 11:17 #97613

Es geht um's wirtschaftliche Prinzip. Und das ist immer gleich.

Ja, das sehe ich ja auch so.

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Letzte Änderung: von Pferdefuss.

War der Ausstieg aus der Atomenergie falsch...? 29 Nov 2021 16:16 #97619

Für solches G'lump gingen die Leute zur Arbeit und fühlten sich toll, wenn sie sich das dann leisten konnten. Heute ist es nicht anders, nur sind die Produkte anders.


Hier sind wir beim Kern des Problems. Wenn der Konsum einbricht, dann gehen Arbeitsplätze verloren. Damit sinkt die Kaufkraft und steigen die Sozialausgaben des Staates, was das Problem weiter verstärkt. Am Ende würde unser Lebensstandard deutlich sinken. Ob wir dann beispielsweise unsere medizinische Versorgung oder unsere Schulen in der aktuellen Qualität aufrecht erhalten könnten, erscheint mir zumindest fraglich.

Ich sehe hier ein Dilemma, habe hierfür aber keine Lösung.
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War der Ausstieg aus der Atomenergie falsch...? 29 Nov 2021 16:40 #97623

Es geht um's wirtschaftliche Prinzip. Und das ist immer gleich.

Ja, das sehe ich ja auch so.

Auf einer einsamen Insel leben 100 Personen. Für ihr tägliches Brot gehen sie Tag täglich auf das Feld arbeiten. Zufällig wird ein Mähdrescher angeschwemmt, der nun die ganze Arbeit erledigt. Müssen jetzt alle grundsätzlich verhungern, weil sie keine Arbeit mehr haben, oder liegt das am wirtschaftlichen Prinzip?
.
Ohne etwas wäre nicht einmal nichts

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War der Ausstieg aus der Atomenergie falsch...? 29 Nov 2021 16:51 #97624

Müssen jetzt alle grundsätzlich verhungern, weil sie keine Arbeit mehr haben, oder liegt das am wirtschaftlichen Prinzip?

Oh Badhofer, bitte Gehirn einschalten. Der Mähdrescher funktioniert nicht, und selbst wenn, macht er nicht die ganze Arbeit. Nur beim Ernten ist er hilfreich. Und selbst wenn er sät, bewässert, erntet und die ganze Arbeit macht, könnten sie nur dann verhungern, wenn er alles selber fristt und ihnen nichts abgibt. So einen hab' ich noch nie gesehen. Also was soll der Unsinn?

Wirtschaftlich würde es nur werden, wenn der Besitzer des Mähdreschers die 100 Leute enteignet und jede Ernte von der Insel wegschafft. Um nicht zu verhungern, müssten die Bewohner ihm das Zeug dann abkaufen mit irgendwelchen Waren, die sie sonstwie herstellen oder fangen. Sowas kommt tatsächlich vor... und die Ernte landet bei uns in Europa :evil: .
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Letzte Änderung: von Steinzeit-Astronom.

War der Ausstieg aus der Atomenergie falsch...? 29 Nov 2021 18:56 #97627

Das ufert so langsam aus. Eigentlich ging es nur darum, ob man Wasserstoff und Eisenerz von A nach D transportiert um damit Eisen zu produzieren oder mit dem Wasserstoff und dem Eisenerz das Eisen in A produziert und das dann nach D transpottiert.

Ich gehe immer noch davon aus, dass ersteres ein Schildbürgerstreich ist.

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War der Ausstieg aus der Atomenergie falsch...? 29 Nov 2021 23:11 #97635

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Eigentlich ging es nur darum, ob man ... Ich gehe immer noch davon aus, dass ersteres ein Schildbürgerstreich ist.

Dann ist "man" also der Schildbürger? Bist Du dann selber auch damit gemeint? Oder sind alle, die nicht Hand anlegen, raus aus der Nummer, oder nur die, die sich gedanklich damit befasst haben und sich inhaltlich distanzieren? Konsequent wäre es ja erst, wenn Du kein in Deutschland aus Eisen hergestelltes Produnkt mehr kaufst, sondern dieses lieber importierst....naja ich fahre auch einen Koreaner...der wurde allerdings in der Slowakei gebaut. Da müssen ja wahrhaft Schildbürger in Korea leben ....
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War der Ausstieg aus der Atomenergie falsch...? 30 Nov 2021 04:07 #97638

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Ich danke für alle Beiträge und würde heute mit "nein" antworten, der Ausstieg aus der Atomenergie in Deutschland war nicht falsch.

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Letzte Änderung: von Mondlicht.

War der Ausstieg aus der Atomenergie falsch...? 30 Nov 2021 09:08 #97644

Eigentlich ging es nur darum, ob man ... Ich gehe immer noch davon aus, dass ersteres ein Schildbürgerstreich ist.

Dann ist "man" also der Schildbürger? Bist Du dann selber auch damit gemeint? Oder sind alle, die nicht Hand anlegen, raus aus der Nummer, oder nur die, die sich gedanklich damit befasst haben und sich inhaltlich distanzieren? Konsequent wäre es ja erst, wenn Du kein in Deutschland aus Eisen hergestelltes Produnkt mehr kaufst, sondern dieses lieber importierst....naja ich fahre auch einen Koreaner...der wurde allerdings in der Slowakei gebaut. Da müssen ja wahrhaft Schildbürger in Korea leben ....

Den dargestellten Fall gibt es in Deutschland doch gar nicht. Und das was Du hier zu konstruieren versuchst, das hat mit dem Fall überhaupt nichts zu tun. Es ging darum, was den Leuten halt regelmäßig als intelligente Lösung für die Zukunft verkauft wird. Ähnlich wie, der Weiterbetrieb von Verbrennern mit syntetischem Sprit . Es gibt dazu eine Unmenge an Beispielen in allen Sparten. Teilweise auch umgesetzt. Man kann z.B. auch die Menge an Antibiotika in der Massentierhaltung erfolgreich reduzieren, indem man dort einfach auf Notfallpräparate umsteigt. Die wirken halt zunächst einmal besser. Die Blockierung von Stromspeichern durch Doppelbesteuerung ist sicher auch ein Schildbürgerstreich.
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War der Ausstieg aus der Atomenergie falsch...? 30 Nov 2021 12:23 #97655

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Es ging darum, was den Leuten halt regelmäßig als intelligente Lösung für die Zukunft verkauft wird.

Wer verkauft, preist sein Produkt an. Wenn Du meinst, dass die Werbung (auch wenn sie redaktionell verpackt wird) etwas mit Wahrheit zu tun hat, dann musst du schon sehr blauäugig sein.

Die Blockierung von Stromspeichern durch Doppelbesteuerung ist sicher auch ein Schildbürgerstreich.

Da gibt es ganz sicher sehr viele Steuerlenkungsmaßnahmen, die entweder von Anfang an ungeeignet waren, oder im Laufe der Zeit das Gegenteil bewirken, ganz abgesehen von den ausgelösten Steuer-Umgehungsaktivitäten, (während das Nutzen von "Steuerschlupflöchern" ja gerade das Befolgen der Lenkung ist).

Diese "Doppelbesteuerung" ist hingegen keine derartige "Steuerlenkung" sondern die völlig normale Besteuerung des Handels, für die hier ggf eine andere Behandlung nötig wäre. In Wahrheit spielen die Steuern hier aber gar keine Rolle, sondern es geht ja um das Marktverhalten der Energiekonzerne, ähnlich wie die Banken mit den Negativzinsen grundsätzlich im Rahmen der Vertragsfreiheit selbst entscheiden können, ob sie für Einlagen Zinsen bezahlen wollen oder die Kunden durch Negativzinsen lieber abschrecken. Warum sollten sie Zinsen für Einlagen anbieten, die sie gar nicht wollen, da sie nutzlos sind und sie dafür womöglich selber Negativzinsen bezahlen müssen.
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War der Ausstieg aus der Atomenergie falsch...? 01 Dez 2021 17:32 #97692

Grundsätzlich müsste die Strombepreisung durchgängig reformiert werden und zwar so, das nachaltige und umweltverträgliche Stromversorgung entstehen kann. Da hab ich nicht den geringsten Zweifel dran. Warum soll ich in Zukunft Pumpspeicherkraftwerke finanzieren, wenn die in Zukunft physikalisch problemlos vollkommen unnötig werden könnten.


Diese "Doppelbesteuerung" ist hingegen keine derartige "Steuerlenkung" sondern die völlig normale Besteuerung des Handels, für die hier ggf eine andere Behandlung nötig wäre.

Und warum werden Rücklieferungen aus Akkus dann anders besteuert, als induktiver oder kapazitiver Rückfluss ins Netz? Sogenannte Blindleistung wird nämlich überhaupt nicht besteuert. Die wird auch zuerst mal beim Verbraucher gespeichert und dann an die EVU zurück geliefert. Für die Akkus gilt eindeutig eine Sonderregelung und damit ist das auch eine Lenkungsfunktion.

VW liefert nächstes Jahr schon E-Autos mit bidirektionaler Schnittstelle:

Im Dezember soll die Produktion stehen, nach dem Jahreswechsel gehen die bidirektionalen Elektroautos in den Verkauf. Gut 300.000 Exemplare dürften davon dann allein im VW-Werk Zwickau im Jahr 2022 gefertigt werden.
www.handelsblatt.com/mobilitaet/elektrom...VK-cas01.example.org

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War der Ausstieg aus der Atomenergie falsch...? 02 Dez 2021 01:22 #97697

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Warum soll ich in Zukunft Pumpspeicherkraftwerke finanzieren, wenn die in Zukunft physikalisch problemlos vollkommen unnötig werden könnten.

Das ist eine Frage der wirtschaftlichen Kalkulation durch die Energiekonzerne.
Ich kann mir aber auch organistorische Probleme vorstellen:
Pumpspeicherwerke sind in der eigenen Hand und exakt kalkulierbar, man kann sie einschalten und ausschalten, wenn es nötig ist. Die "Cloud" ist vollkommen unkalkulierbar. Wenn das Volumen groß genug ist, dann kann man sich da wohl auch auf einen Level verlassen.

Blindleistung wird nämlich überhaupt nicht besteuert.

Wieso denn schon wieder Steuern? Du meinst sicherlich den Strompreis.
Die E-Werke wollen nunmal den Strom bezahlt bekommen bzw daran verdienen, egal, ob sie diesen selbst produzieren, an der Börse einkaufen oder von Kleinverbrauchern/-erzeugern abnehmen müssen. Für Blindstrom wäre dies sichelich auch möglich, ist aber zum Glück nicht üblich. Das liegt wohl auch an den verwendeten Zählern. Sie könnten ja sogar Negativzinsen auf den Rücklauf erheben ... ob das wohl einen separaten Zähler rentieren würde?
wiki: die damit verbundene Leistung heißt Blindleistung. Sie ist weitgehend unerwünscht.
Letztlich ist die Berechnungsmethode auch vollkommen egal, weil sich der nötige/angemessene Preis eben dann nur auf die Wirkleistung verteilt. Die Blindleistung fällt ja sicherlich ohnehin kaum ins Gewicht.....oder weißt Du eine Methode, wie der Endverbraucher daraus Gewinn schöpfen könnte?
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War der Ausstieg aus der Atomenergie falsch...? 02 Dez 2021 13:17 #97709

Wieso denn schon wieder Steuern? Du meinst sicherlich den Strompreis.

Nein, ich meine die fixen Steuern auf die kWh .


Für Blindstrom wäre dies sichelich auch möglich, ist aber zum Glück nicht üblich. Das liegt wohl auch an den verwendeten Zählern. Sie könnten ja sogar Negativzinsen auf den Rücklauf erheben ... ob das wohl einen separaten Zähler rentieren würde?

In größeren Betrieben sind auch Blindstromzähler üblich. Die neuen Haushaltszähler können das auch. Und noch vieles mehr. Auf Blindstrom wird aber keine fixe Steuer auf die kWh erhoben. Eben, weil er wieder zurück gespeist wird. Nur halt die Mehrwertsteuer.


wiki: die damit verbundene Leistung heißt Blindleistung. Sie ist weitgehend unerwünscht.

Klar ist die unerwünscht, weil sie halt vor allem in Spitzenzeiten das Netz unnötig belastet.


Letztlich ist die Berechnungsmethode auch vollkommen egal, weil sich der nötige/angemessene Preis eben dann nur auf die Wirkleistung verteilt. 

Die ist eben nicht egal, weil bei sinnvoller Preisgestaltung, vom Akku rückgespeister Strom immer das Netz entlasten würde. Das würde u.A. die Pumpspeicherkraftwerke zwangsläufig irgendwann überflüssig machen.



Der Knackpunkt ist halt der, dass beim Verbraucher zwischengespeicherter Strom rein willkürlich in der Art unterschiedlich behandelt wird, dass eine nachhaltige und umweltverträgliche Stromversorgung für die Allgemeinheit schon über die Besteuerung verhindert wird.

Solche Methoden führen dann auch noch genau zum Gegenteil von dem, was man unter Technologieoffenheit versteht. E-Mobilität wird dadurch z.B. über die Hintertür künstlich unattraktiver gemacht.

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War der Ausstieg aus der Atomenergie falsch...? 02 Dez 2021 14:57 #97713

Warum soll ich in Zukunft Pumpspeicherkraftwerke finanzieren, wenn die in Zukunft physikalisch problemlos vollkommen unnötig werden könnten.


Wie kommst du nur auf die Idee, dass die problemlos vollkommen unnötig werden könnten? Hast du eine Ahnung wieviel Terawatt da problemlos gespeichert werden und was für ein gigantischer, unbezahlbarer, umweltschädlicher und schlicht nicht machbarer Aufwand es wäre, sie durch Akkus oder sowas zu ersetzen?

( Quelle )
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War der Ausstieg aus der Atomenergie falsch...? 02 Dez 2021 15:38 #97714

Wie kommst du nur auf die Idee, dass die problemlos vollkommen unnötig werden könnten? Hast du eine Ahnung wieviel Terawatt da problemlos gespeichert werden und was für ein gigantischer, unbezahlbarer, umweltschädlicher und schlicht nicht machbarer Aufwand es wäre, sie durch Akkus oder sowas zu ersetzen?

Jetzt geht es hier auch wieder los mit den ständigen Wiederholungen.


In Deutschland ist eine Pumpspeicherkraftwerksleistung von etwa 7 Gigawatt installiert . Bei 48 Millionen PkW macht das gerade einmal 7000E6/48E6=146W Dauerleistungsanteil pro Auto für einen vollständigen Ersatz.

Die Spitzen hat man eigentlich vor dem Berufsverkehr, am Mittag und nach dem Berufsverkehr. Mit einer bidirektionalen intelligenten Ladeeinrichtung könnte man den Akku vom eigenen Auto auch als Zwischenspeicher nutzen. Die Zusatzkosten dürften minimal sein. Elektronik kostet ja fast nichts mehr. Da gibt es noch eine Unmenge Entwicklungspotential.

Wenn man damit nur die Pumpspeicherkraftwerke ersetzen wollte, dann würden die zusätzlichen Be- und Entladezyklen wahrscheinlich überhaupt nicht ins Gewicht fallen. Die 110W Dauerleistung wären ja gerade einmal 2,6kWh am Tag. Ein E-Auto verbraucht laut ADAC um die 18kWh/100km. Der Knackpunkt ist aber, dass man mit den neuen Zählern bei Stromüberschuss zu beliebigen Zeitpunkten auch entsprechende Tarife zum Laden anbieten könnte. Das könnte man dann so gestalten, dass es sich für den Verbraucher lohnen würde. Und wenn das Auto veraltet ist, und eigentlich verschrottet werden sollte, oder die Akkuleistung nachlässt, dann könnte man den Akku noch eine ganze Zeit lang in der Garage stehen lassen und damit billigen Strom einkaufen um ihn dann bei Bedarf zu verbrauchen. Da sind halt entsprechende Schnittstellen gefragt. Wahrscheinlich würde es sich sogar noch lohnen die E-Bike-Akkus dran zu hängen. Besser als die einfach rumstehen zu lassen, wenn sie mal kaum genutzt werden wäre das allemal. Kosten würde so eine Schnittstelle auch so gut wie nichts. Da ist sicher noch vieles möglich.

Da würden wahrscheinlich sogar schon die Fahrradakkus alleine reichen.

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War der Ausstieg aus der Atomenergie falsch...? 02 Dez 2021 16:39 #97716

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In größeren Betrieben sind auch Blindstromzähler üblich.


Stadtwerke München www.swm-infrastruktur.de/dam/jcr:50d260a...-a-preisblaetter.pdf
Der Bezug von Blindarbeit wird mit den oben angegebenen Preisen gesondert berechnet, sobald die monatlich entnommene
Blindarbeit 50% der entnommenen Wirkarbeit übersteigt


Wie kommst Du darauf, dass die Steuern dafür unterschiedlich sind? In Frankreich gibt es dafür seit 1949 wohl einen pauschalierten Zuschlag.

Hier siehst Du, dass Wirk- und Blindstrom exakt gleich abgerechnet werden, ob die E-Werke dafür unterschiedliche Steuern abführen müssen, ist allerdings nicht ersichtlich.
www.swk.de/fileadmin/media/GK/Energie/Se...aerung_Strom_web.pdf
Außerdem:
Zum 01.01.2011 wurde nach Vorgabe der Bun-
desnetzagentur (BNetzA) auf lastgangbasierte Abrechnung
(RTP) umgestellt. Eine Ermittlung von Zählerständen ist
seitdem nicht mehr möglich


Weder das Wort "blind" noch "wirk"- tauchen im StromStG auf. (außer "Mitwirkungspflichten" und "auswirken")
www.gesetze-im-internet.de/stromstg/BJNR037810999.html

Ich sehe auch sonst keine Formulierung, die in diese Richtung gehen würde.
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War der Ausstieg aus der Atomenergie falsch...? 03 Dez 2021 12:29 #97746

Der Bezug von Blindarbeit wird mit den oben angegebenen Preisen gesondert berechnet, sobald die monatlich entnommene
Blindarbeit 50% der entnommenen Wirkarbeit übersteigt

Bei unter 50% ist der Unterschied dann doch ganz besonders krass. Einfaches Beispiel:

Verbraucher A und Verbraucher B beziehen jeweils 2kWh aus dem Netz und speisen davon die Hälfte wieder zurück.

Verbraucher A speist damit ein Gerät das 50% Blindleistung generiert. Er speist also 2kWh aus dem Netz in seinen Verbraucher und der Verbraucher schickt davon umgehend wieder 1kWh zurück ins Netz. Stromsteuer fallen für 1kWh an, weil der Blindstrom ja nicht gezählt wird. Die rückgespeiste 1kWh bekommt er sogar wieder vollständig vergütet.

Verbraucher B füllt einen Akku mit 2kWh aus dem Netz und speist davon bei Netzengpässen wieder 1kWh zurück ins Netz. Stromsteuer fallen für 2kWh beim Bezug an. Und die Rückspeisevergütung wird ja auch noch versteuert, wenn er seinen Strom wieder zurück ins Netz speist. Die zahlt zwar der Netzversorger, das macht die Sache aber auch nicht besser. Von den wieder rückgespeisten 1kWh bekommt er kaum was zurück.


Beides Strombezug mit Rückspeisung, aber unterschiedlich besteuert. A belastet das Netz unnötig und wird dafür belohnt und B entlastet sogar das Netz und wird dafür bestraft. Wenn die freien 50% Blindanteil überschritten werden, ändert sich an dem Prinzip nichts. Es wird nur deutlich unverständlicher. Eine Gleichbehandlung hätte man bei den Fällen, wenn auch bei Verbraucher B für die besagten 50% der Zähler rückwärts laufen würde. Ich glaube, das ist am Beispiel leicht zu verstehen.

Ich denke, da besteht erheblicher Reformbedarf, wenn man den Weg zu einer nachhaltigen und umweltverträglichen Stromversorgung für die Allgemeinheit frei machen will. Sonderlich kompliziert wäre das bestimmt nicht. Die Technik macht da längst etliches möglich. Hoffentlich kommt da keiner auf die Idee den rechtlichen Verhau der da inzwischen existiert noch zu vergrößern.

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War der Ausstieg aus der Atomenergie falsch...? 03 Dez 2021 17:07 #97759

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Ich denke, da besteht erheblicher Reformbedarf

Derartige Überlegungen waren der Grund für die Einführung der Mehrwertsteuer gegenüber der früheren starren Umsatzsteuer. Ähnlich ist das Modell des Agenturgeschäfts beim Gebrauchtwagenhandel, um nur die Preisdifferenz versteuern zu müssen. Die Einspeisung von Photovoltaik nebst nächtlichem Verbrauch aus dem Netz ist demgegenüber anders zu beurteilen, weil keine Stoffgleichheit besteht und es sich um gegenseitige Stromlieferungen zu unterschiedlichen Zeiten handelt. Der Blindstrom kann hingegen als stoffgleiches Hin und Her betrachtet werden. Dies mag auch beim Zwischenspeichern in Akkus gegeben sein. Daher liegt es allein am Abrechnungsmodus der Energiekonzerne, die Steuerpflicht folgt dem dann automatisch. Man könnte diesen Strom sogar als Darlehen betrachten, so dass der Umsatz nur aus der Differenz besteht, das gilt auch für Photovoltaik.
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War der Ausstieg aus der Atomenergie falsch...? 04 Dez 2021 09:25 #97775

War der Ausstieg aus der Atomenergie falsch...?

War aus heutiger Sicht der Einstieg in die Atomenergie richtig?
Ohne etwas wäre nicht einmal nichts

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War der Ausstieg aus der Atomenergie falsch...? 04 Dez 2021 16:28 #97792

Die Einspeisung von Photovoltaik nebst nächtlichem Verbrauch aus dem Netz ist demgegenüber anders zu beurteilen, weil keine Stoffgleichheit besteht und es sich um gegenseitige Stromlieferungen zu unterschiedlichen Zeiten handelt. Der Blindstrom kann hingegen als stoffgleiches Hin und Her betrachtet werden. Dies mag auch beim Zwischenspeichern in Akkus gegeben sein. Daher liegt es allein am Abrechnungsmodus der Energiekonzerne, die Steuerpflicht folgt dem dann automatisch. Man könnte diesen Strom sogar als Darlehen betrachten, so dass der Umsatz nur aus der Differenz besteht, das gilt auch für Photovoltaik.

Dann kannst Du sicher auch noch erklären, waum der Strom bei Pumpspeicherkraftwerken nicht doppelversteuert wird.

Mal ehrlich, mit irgend einem von den Haaren herbegezogenen Argument kann man bei solchen Schildbürgerstreichen immer argumentiern. Gewiefte Politiker verkaufen dem Wähler solchen Unsinn bestimmt auch noch als intelligente Maßnahme. Oder man setzt das Gerücht in die Welt, alles andere wäre verfassungswiedrig. Es ist aber halt genau das Gegenteil von dem, was zur Problemlösung nötig wäre.

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War der Ausstieg aus der Atomenergie falsch...? 05 Dez 2021 00:11 #97803

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Dann kannst Du sicher auch noch erklären, waum der Strom bei Pumpspeicherkraftwerken nicht doppelversteuert wird.

Zahlst Du denn Steuern, wenn Du etwas aus der rechten Tasche nimmst und in die linke Tasche steckst?
Das wäre wohl anders, wenn es unterschiedliche Betreiber sind.
Vorsicht, ich schreibe vereinfacht ohne Wurzelzeichen ³x=³√x , wenig Klammern 1/4r²π=1/(4r²π) , statt Vektorpfeil v¹=v⃗ Funktionen bzw Argumente kennzeichne ich mit einem Punkt f.(x)=f(x)

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Letzte Änderung: von Rainer Raisch.

War der Ausstieg aus der Atomenergie falsch...? 05 Dez 2021 10:48 #97806

Ist das schlimm, wenn ich nicht mehr erkenne, was die laufende Diskussion mit dem Thread und seinem Sinn zu tun hat?
Die ursprüngliche Frage von Mondlicht hatte meiner Ansicht nach mehr mit dem zu tun, was die Gesellschaft tun will um dem Ziel der Klimaneutralität näher zu kommen. Dass das letztlich sicher auch eine Kostenfrage ist, liegt auf der Hand, ist aber logisch nachrangig, da ich ansonsten die berühmte Schere schon bemühe, weil ich die Überlegungen über die Machbarkeit bereits als Finanzproblem behandele.
Rainer, Steuern sind ja ein Leistungsschwerpunkt in deiner Arbeit. Wenn ich meine alten Kenntnisse aus den Wirtschaftswissenschaften zusammenkrame, unterliegen Steuern dem Non-Affektionsprinzip und sind damit eine Abgabe, die nicht zweckgebunden sein darf und dienen letztlich der Finanzierung aller Aufgaben des Staates. Es ist eigentlich schon für mich rechtlich problematisch, wenn ich über Steuern eine konkrete Steuerungswirkung erzielen will. Das das geschieht, macht es dies vielleicht faktisch, aber eher so etwas wie Gebühren (für mich sind CO-2-Rechte so etwas) wären in direkter Steuerung möglich.
Also: Haben wir die Ausgangsfrage beantwortet? Wenn ja, sollten wir das auch so handhaben. Steuergerechtigkeit und -logik wären vielleicht ein anderer Thread, für den ich aber eher geringes Interesse erwarte.

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War der Ausstieg aus der Atomenergie falsch...? 28 Jan 2022 11:44 #99391

Ich bin ganz neu hier, bitte erlaubt mir deshalb einen längeren Text. (habe ja viel aufzuholen)
Ich versuche auch, nicht langweilig zu schreiben.

Ab Mitte der 70er Jahre las ich schon etwas über den vom Menschen angestoßenen Klimawandel. Anfang der 80er Jahr war ich dann ganz schön Stolz, etwas von Bedeutung gegen diesen Wandel zu tun. Ich hatte einen guten Job in Bergisch-Gladbach – Moitzfeld bekommen. Dort arbeitete ich bei INTERATOM in der Konstruktion und als Koordinator am Zukunftsprojekt SNR-300 einer neuen Klasse von Reaktoren. Ein 8-faches Containment sollte vor allen Eventualitäten schützen. Die Wände waren aus bestem Beton, 1m dick mit unterarm-dicken Armierungseisen. Um das ganze Gebäude gab es einen Ring raum (Puffer), dann die Außenwand nochmal 2m dick! Das was nach der Katastrophe in Tschernobyl als „Sarg“ gebaut wurde, war bei uns schon die Startvoraussetzung. In Moitzfeld wurde die Welle einer Flugzeugturbine (das Objekt, welches beim Absturz die höchste Durchdringungskraft hat) mit 850km/h auf einen Nachbau der Außenwand geschossen…. Und….. hinterließ ein Loch mit 8cm Tiefe und nachweisbaren Schäden bis 15cm tiefe.
Die runden Kuppeln bei deutschen AKW sind so aufgebaut.
Und jetzt kommen mir fast die Tränen, wenn ich sehe wie Braunkohle Dreckschleudern am Netz bleiben und die ach so „Grünen“ Stolz vom Ende der Atomtechnik in Deutschland schwärmen.
Und weil die „Grünen“ gegen sichere Endlager sind, lagen wir unseren Abfall in mehreren Lagern oberirdisch, Gratulation!
Übrigens, der gesamte Nukleare Müll den ein Mensch in seinem ganzen Leben erzeugt, passt in zwei Hände!
Hätten wir über unseren Kaminen und am Auspuff unserer Autos Ballons, würden wir schnell sehen wie km-groß unser CO2 Abfall (oberirdisch dauerhaft gelagert) ist.
Wenn jeder Mensch für seinen Abfall verantwortlich wäre, hätten wir schnell eine Nukleare Gesellschaft.
Doch jetzt bin ich zu weit vom Thema, also zurück.
Ich denke das mit dem Klima ist (zu unseren Ungunsten) gelaufen!
Eine Seerose ist schön anzuschauen, doch sie vermehrt sich schnell. Und wenn dann der ganze Teich bedeckt ist, und kein Licht mehr ins Wasser gelangt, kann das Gewässer „umkippen“.
Eine Krebszelle ist an sich harmlos. Doch das ihr innewohnende Potential der grenzenlosen Vermehrung schädigt auf Dauer das System in dem sie ungebremst wachsen darf. Der arme Mensch kippt um.
Flapsig gesagt: Wenn ein Auto zum Schluss nur noch aus Kopfstütze besteht, ist es eher ein Bett.
Und genau das ist unser Problem!
Jedes Jahr werden zwischen 91 und 94 Millionen mehr Menschen geboren, als sterben.
Würde Deutschland mit 84 Millionen Menschen es schaffen in nur einem Jahr völlig auf Regenerative umzuschalten, wäre nichts gewonnen. Da stehen 90 Millionen „neue Menschen“, zeigen auf uns mit dem Finger und wollen auch so leben.
Aber wir haben eben schon eine 200 Jahre währende Technik- und Kulturgesellschaft. (mit allen Höhen und Tiefen)
In den 60er Jahren machte ich mit meiner Oma eine Rheinschiffahrt. Damals wurde im Fernsehen für „Persil“ Werbung gemacht und ja, wir fuhren durch 20cm dicken Schaum auf dem Rhein. Rechts und links der Straßen wuchs kaum noch was, weil wir mit ver-blei-ten Benzin fuhren. Und das DDT auf den Feldern ausgetragen, hatten fast alle Vögel ausgerottet.
Ja liebe junge Mitmenschen, ich bin in den 50er und 60er Jahren auf dem Land (südöstlich vom Ruhrgebiet) ohne Großvögel aufgewachsen.
Das alles haben wir reparieren können, und das meine ich mit Kulturgesellschaft. Viele aufstrebende Industriegesellschaften stehen da noch „außen vor“. Gerade die Nationen mit den meisten Menschen, Indien, China, Indonesien, Nigeria (zusammen 3Mrd Menschen) liegen da noch 50 Jahre zurück.
Also für mich IST klar. Frei nach Harald Lesch: „Wir schaffen uns ab!“ Es ist zu spät. Rette sich wer kann!

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War der Ausstieg aus der Atomenergie falsch...? 29 Jan 2022 10:04 #99412

Wenn die EU tatsächlich Atomkraftwerke als nachhaltig einstufen wird, dann kann es leicht passieren, dass irgendwann jedes Dorf sein eigenes Atomkraftwerk hat. Was mit dem anfallenden Müll in Staaten passiert in denen Korruption und Vetternwirtschaft herrscht, bzw. mafiöse Strukturen stabil etabliert sind, das will ich mir gar nicht ausmalen. Die Krux an der Sache ist dann noch, dass die EU mit einem auf die Art subventionierten Einsatz von den Dngern dafür sorgen könnte, dass die immer billiger produziert werden können. Man kann sich auch einmal vorstellen, das Ahrtal hätte seinen eigenen Reaktor gehabt.


SMR für Rumänien
Die rumänische Societata Nationala Nuclearelectrica SA (SNN) plant, bis 2028 einen kleinen, modularen Reaktor (Small Modular Reactor, SMR) des amerikanischen Unternehmens NuScale Power LLC zu bauen. Die Ankündigung erfolgte während des Treffens zwischen dem Sonderbeauftragten des amerikanischen Präsidenten für das Klima, John Kerry, und dem rumänischen Präsidenten Klaus Iohannis am Rande der COP26-Klimakonferenz in Glasgow.
...
«Rumänien wird bis 2028 kleine, modulare Reaktoren in das nationale Energieerzeugungssystem aufnehmen, was die Partnerschaft mit den USA im Bereich der zivilen Kernenergie stärken wird»
www.nuklearforum.ch/de/news/smr-fuer-rumaenien




NuScale entwirft und vermarktet kleine modulare Kernreaktoren [4] , die das Energieministerium 2014 prognostiziert hat, um 2025 im Handel erhältlich zu sein. [19] Ihre Reaktoren nehmen 1 % des Platzes eines konventionellen Reaktors ein und erzeugen nur 60 Megawatt Leistung. [30] Seine Entwürfe verwenden den Leichtwasseransatz zur Kühlung und Stromerzeugung, der in konventionellen Kernkraftwerken üblich ist. Wasser wird durch den Kernkern am Boden des Reaktorbehälters erhitzt. Erhitztes Wasser fließt im Steigrohr nach oben und dann über Dampfgeneratoren nach unten. Wenn Wärme an Dampfgeneratoren übertragen wird, wird das Wasser kühler und dichter und sinkt zurück auf den Boden des Geräts, wo sich der Zyklus wiederholt. Die an die Dampfgeneratoren übertragene Wärme wird verwendet, um Dampf zu erzeugen, der eine Turbine antreibt , die einen elektrischen Generator antreibt . [5] [19] [31]
Jedes NuScale-Reaktorgefäß wird voraussichtlich einen Durchmesser von 9 Fuß (2,7 m) und eine Höhe von 65 Fuß (20 m) haben und 650 Short Tons (590 Tonnen) wiegen. [19] Die Module würden vorgefertigt, per Waggon , Binnenschiff oder Spezial-LKW angeliefert [32] und vor Ort montiert. [15] [33] [34] [35] Die Einheiten wurden entwickelt, um jeweils 60 Megawatt [36] [37] [a] Strom zu erzeugen und müssen alle zwei Jahre mit Standardbrennstoff mit 4,95 Prozent angereichertem Uran-235 betankt werden. [19]
Das Design von NuScale ist nicht auf angetriebene Wasserpumpen oder Kreislaufgeräte angewiesen. [2] [5] Das Unternehmen behauptet, dass es bei den meisten Unfällen abschalten und sich selbst unbegrenzt weiter kühlen kann. [5]  Die Geräte sind für die Aufbewahrung in einem unterirdischen Becken vorgesehen, um den Schock von Erdbeben mit einem Betondeckel über dem Becken zu absorbieren. [39] Für den Fall, dass der Wechselstrom für normale Kühlsysteme ausfällt, beginnt das Poolwasser im Pool, Wärme zu absorbieren und zu kochen. [5]
en-m-wikipedia-org.translate.goog/wiki/N...r_hl=de&_x_tr_pto=sc

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Letzte Änderung: von Pferdefuss.

War der Ausstieg aus der Atomenergie falsch...? 29 Jan 2022 14:37 #99421

Da hast Du absolut Recht!
Container- Nuklear-Kraftanlagen sind einfach nur KRANK ! !
Ich denke aus meinem obigen Bericht wurde klar, dass ich ein absoluter Sicherheitsfanatiker bin. Ich war damals schon dagegen, kerntechnische Anlagen in Entwicklungsländer zu verkaufen. Heute bin ich gegen jede Art von neuen Fissionsanlagen. (Fusion ist ein anderes Thema, da könnte man auch drüber diskutieren)
Wir schalten unsere Anlagen ab und erlauben an unserer Landesgrenze diese „„Scheiße““! Soviel kann ich nicht essen, wie ich kotzen könnte. Ihr merkt, das macht den alten Mann wirklich wütend!
Dutzende russische U-Boote mit kleinen Reaktoren liegen am Meeresgrund. In russischen Wäldern vergammeln Kleinanlagen und Schrotthändler „verbrennen“ sich tödlich.
Das alles wird totgeschwiegen.
Und jetzt fangen wir, der Westen, mit sowas an.
In meinem Thema „GT-LBI – Astronomie Teleskop“ werde ich noch genau auf diesen Anlagentyp eingehen, denn ursprünglich war der für bemannte Marsmissionen gedacht.

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