DAS Forum für Enthusiasten

MoM-z14 reviewed - Erstaunlich reich an Stickstoff - Bisher älteste Galaxie

  • Z.
  • Z.s Avatar Autor
  • Offline
  • Forum Fortgeschrittener
  • Forum Fortgeschrittener
  • Beiträge: 158
  • Thanks: 27

MoM-z14 reviewed - Erstaunlich reich an Stickstoff - Bisher älteste Galaxie

1 Woche 12 Stunden her - 1 Woche 11 Stunden her
#11813
Hallöchen...

wir hatten ja schon vor einiger Zeit mit der frühen Galaxie MomM-Z14 bei 280 Mio. J nach dem UK zu tun, das zugehörige Paper ist nun reviewed und MoM somit bestätigt.



Der neuste Artikel bei Scinexx dazu:
www.scinexx.de/news/kosmos/rekordgalaxie...en-des-beobachtbaren
und das ursprüngliche Paper nochmals:
arxiv.org/abs/2505.11263
Kosmischer Rekord: Das James-Webb-Teleskop hat die Grenzen des Beobachtbaren erneut verschoben. Denn die neu entdeckte Galaxie MoM-z14 existierte schon rund 280 Millionen Jahre nach dem Urknall – und ist damit die früheste bekannte Galaxie im Kosmos. Doch die Merkmale dieses galaktischen Pioniers geben Rätsel auf. Denn die Urzeit-Galaxie ist massearm, aber erstaunlich leuchtstark und stickstoffreich. Damit ist sie ein weiterer „Ausreißer“ aus dem frühen Kosmos.


Die jetzt mit dem James-Webb-Teleskop entdeckte Galaxie MoM-z14 existierte schon 280 Millionen Jahre nach dem Urknall. © NASA/ESA/CSA, STScI, Rohan Naidu (MIT); Joseph DePasquale (STScI)

Auffällig dabei ist, das MoM wesentlich heller strahlt als zu dieser Zeit zu erwarten und zudem unerwartet viel Stickstoff beobachtet wurde, was auf allzu frühe Supernovae Aktivitäten so kurz nach Uk hinweisen würde.
Das Überraschende daran: Das Element Stickstoff wurde erst durch die Supernovae massereicher Sterne gebildet. Je höher die Stickstoffwerte einer Galaxie sind, desto mehr solcher Sterne müssen demnach schon entstanden und wieder explodiert sein. Wie aber war das so kurz nach dem Urknall möglich? MoM-z14 stammt aus der Zeit, als die  Morgendämmerung des Kosmos gerade erst angebrochen war. Bisher haben auch die Astronomen auf diese Frage keine eindeutige Antwort.
Das Rätsels Lösung könnten, auch wenn es hier bereits als unwahrscheinlich bezeichnet wurde, mM. frühe SL, besser Quasare darstellen, die in derer nahen Umgebung vorhandenen Kohlenstoff und Wasserstoff fusionierten und die umgebenden Gase somit zur frühen Stickstoffproduktion anregten, noch bevor es zu Supernovae kam. Der dazu nötige Druck, könnte sich eventuell anhand der hohen G-Feld Dichte im Aussenbereich der Sl ergeben...

Mal sehen.... 

Allen Grüße
Z.
Letzte Änderung: 1 Woche 11 Stunden her von Z..
Danke von: Mondlicht2

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

Re: MoM-z14 reviewed - Erstaunlich reich an Stickstoff - Bisher älteste Galaxie

6 Tage 19 Stunden her
#11816
Auffällig dabei ist, das MoM wesentlich heller strahlt als zu dieser Zeit zu erwarten und zudem unerwartet viel Stickstoff beobachtet wurde, was auf allzu frühe Supernovae Aktivitäten so kurz nach Uk hinweisen würde.
Die Tatsache, dass die Galaxie wesentlich heller strahlt als erwartet, könnte darauf hindeuten, dass sie aus sehr großen Sternen besteht. Und dies könnte die Plausibilität von vielen sehr frühen Supernova Explosionen erhöhen.

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

  • Z.
  • Z.s Avatar Autor
  • Offline
  • Forum Fortgeschrittener
  • Forum Fortgeschrittener
  • Beiträge: 158
  • Thanks: 27

Re: MoM-z14 reviewed - Erstaunlich reich an Stickstoff - Bisher älteste Galaxie

2 Tage 47 Minuten her - 1 Tag 23 Stunden her
#11817
Lieber Clauss

nun, der aktuell vermeintlich beobachtet hohe Stickstoffanteil nur 280 MJ nach UK dürfte das Problem sein.

Die ersten Population III Sterne entstanden zwar recht früh, in den ersten 30-100 MJ, aber deren aktuell geschätzte Lebenszeit verlängert sich scheints...

a. durch die Annahme, dass diese nicht so groß, bzw. Massereich wurden wie bisher angenommen, was deren Lebenszeit erhöht und sehr frühe P III Supernovae unwahrscheinlicher macht. Umso leichter ein Stern umso länger die Zeit bis zur Hyper- oder Supernova. Hier ein aktuelles Paper zu den geschätzten Massen:

Clumpy structures within the turbulent primordial cloud 
academic.oup.com/mnras/article/529/4/4248/7630208?login=false

b. das weitere  dürfte sein, dass P III Stern Supernova events den beobachtet hohen Stickstoffanteil eventuell nicht alleinig erzeugt haben könnten, da die ersten P III Supernovae nur im geringen Maße Stickstoff produzieren. Was die nötige hohe Stickstoffproduktion weiterhin zeitlich versetzt und auf den Zeitraum der Bildung von Population II Sternen (und deren Ende) verschiebt.

So betrachtet wird der Spielraum bei nur 280 MJ nach UK, für "soviel" Stickstoff, zu diesem in Relation doch ziemlich frühen Zeitraum, ziemlich eng. Es müsste sich dementsprechend früh die nächste Generation von P II Sternen gebildet haben und diese in zudem, nach sozusagen..., kurzer Lebenszeit wieder "implodiert" sein um den Stickstoffanteil schlüssig zu erklären.

Es hängt schlussendlich von den Massen der ersten beiden Stern-Generationen ab. Sollten die P II zB. nur geringe Sonnenmassen bis zu 8 M☉ gehabt haben, würde dies den Zeitraum für nötige Supernovae (um den Stickstoff zu produzieren) auf weit über 280 MJ verschieben, da alleinig deren geschätzte Lebensdauer um 500 MJ beträgt. Es müssten also sehr frühe P II mit mindestens 20 bis mehr M☉ existiert haben, die nach ca. 5 bis 20 MJ zu Supernovae werden....

Mal sehen wies weitergeht ....
HG Z.

PS..
Es gibt noch eine Überlegung wie es bereits bei Supernovae von P III zur erhöten Produktion von Metallen, bzw. Stickstoff hätte kommen können.
Asphärische Supernovae
Hier lang...
iopscience.iop.org/article/10.3847/1538-4357/ab14e7
iopscience.iop.org/article/10.3847/1538-4357/ab14e7/pdf

Und zwar durch eine schnelle Rotation der P III Sterne, bevor es zur Nova kommt... bildet sich laut Paper mehr Stickstoff bei P III als allg. anzunehmen. Die zudem eingangs erwähnte Massenarmut von MoM-z14, könnte dem Paper "Asphärische Supernovae" gemäß, durch die dortig vermuteten Jets verursacht sein, die während nicht sphärischer Implosion entstehen und die schweren Elemente während der Nova, sozusagen, aus der mini Galaxie fegen...

Es ist kompliziert ... 
Letzte Änderung: 1 Tag 23 Stunden her von Z..
Danke von: Clauss

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

Re: MoM-z14 reviewed - Erstaunlich reich an Stickstoff - Bisher älteste Galaxie

1 Tag 16 Stunden her - 19 Stunden 37 Minuten her
#11818
Sie ist nicht "bestätigt", Z., nicht ohne Fehlerbalken und Konjunktiv.
Stickstoff 280 Millionen JndU? Wann sollen dann die ersten Wasserstoff-Sterne entstanden sein?


..."last revised" heißt zuletzt überarbeitet - der Artikel ist ein Preprint, das verstand ich zunächst "anders", zumindest kann ich Peer-review - Papers in den Quellen nicht finden...

Siehe auch (den leider wieder einmal "sensationellen") Titel auf Scienxx:  "Rekordgalaxie..." die Angabe eines Fehlerbalkens sollte nicht fehlen, da relevant, und zwar sehr!

Ich meine, wir hatten das Thema schon mal... oder?...
    JWST has revealed a stunning population of bright galaxies at surprisingly early epochs,  , where few such sources were expected. Here we present the most distant example of this class yet -- MoM-z14, a luminous (   ) source in the COSMOS field at        that expands the observational frontier to a mere 280 million years after the Big Bang. arxiv.org/abs/2505.11263   
 
Rekordgalaxie verschiebt Grenze des Beobachtbaren Webb-Teleskop zeigt helle Galaxie aus der Zeit nur 280 Millionen Jahre nach dem Urknall
... das wir die Entstehung von Galaxien und Galaxienhaufen und Sterne - wahrscheinlich - vordatieren müssen und sie bereits 300 Millionen Jahre Plus nach dem Urknall annehmen könnten.

Die ersten Sonnen bestanden hypothetisch/der Theorie nach, aus Wasserstoff mit oder ohne Helium, das ist auch leicht nachzuvollziehen, sie waren enorm massereich, millionen - und milliarden Sonnenmassen schwer, die, so die allgemeine Vorstellung, in der Regel "nicht lange lebten" - und schnell und sehr hell (wie auch die frühen Quasare) "abfackelten", das verwundert mich - heute -  nicht mehr - Ausnahmen bestätigen die Regel. (Soweit ich informiert bin, ist die Zeit der zahlreichsten Sternentstehungen/"Babyboom"  immer noch für die ersten zwei Jahrmilliarden nach dem Urknall angenommen, plus minus 500 Millionen Jahren, geschätzt. Die weitere Forschung bleibt spannend!


Siehe auch mein neues, mit Z.'s Thread korrespondierendes, Thema, bei Interesse an dem Thema " früheste Strukturbildung";  detektiert mit JWST und Chandra - es geht um den frühesten Cluster JADES ID 1, der sehr viel früher entstand als erwartet (1 Mrd. JndU statt 3).
umwelt-wissenschaft.de/forum/aktuelle-er...rukturwachstum#11823

 
Letzte Änderung: 19 Stunden 37 Minuten her von Mondlicht2.

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

  • Z.
  • Z.s Avatar Autor
  • Offline
  • Forum Fortgeschrittener
  • Forum Fortgeschrittener
  • Beiträge: 158
  • Thanks: 27

Re: MoM-z14 reviewed - Erstaunlich reich an Stickstoff - Bisher älteste Galaxie

1 Tag 15 Stunden her - 1 Tag 15 Stunden her
#11819
Übersicht mit KI 

Ja, die Entdeckung der Galaxie MoM-z14 wurde von Fachkollegen begutachtet und wurde formell veröffentlicht. 
  • Status: Obwohl die Forschung ursprünglich im Mai 2025 als Preprint veröffentlicht wurde, wurde sie später im Open Journal of Astrophysics zur Veröffentlichung angenommen, die endgültige Bestätigung und die Hervorhebung der Ergebnisse erfolgten im Januar 2026.
  •  
  • Bedeutung: Sie gilt laut NASA (Stand Anfang 2026) als die entfernteste jemals entdeckte Galaxie mit einer spektroskopischen Rotverschiebung von 𝑧=14.44
    Damit liegt es nur 280 Millionen Jahre nach dem Urknall.
  •  
  • Ergebnisse: Die Studie bestätigte, dass die Galaxie für ein so frühes Zeitalter im Universum unerwartet hell und chemisch reif (reich an Stickstoff) ist, was bestehende Modelle der Galaxienentstehung in Frage stellt. 

Die Entdeckung wurde von einem internationalen Forscherteam mithilfe des James-Webb-Weltraumteleskops (JWST) im Rahmen der „Mirage or Miracle“-Durchmusterung (MoM) gemacht. 
Grüße
Z.
Letzte Änderung: 1 Tag 15 Stunden her von Z..
Danke von: Mondlicht2

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

Re: MoM-z14 reviewed - Erstaunlich reich an Stickstoff - Bisher älteste Galaxie

1 Tag 12 Stunden her - 1 Tag 8 Stunden her
#11820
Erstmal danke, Z, für die Informationen.

In der Arbeit fand ich die "vermissten" Fehlerbalken, der sehr klein sind.
Ich las die (aktualisierte) Arbeit gerade - weitere sollen übrigens folgen -  und fand sie sehr interessant.
Spätestens jetzt können wir also sagen, dass Hubbles GNz11 kein "Ausreißer" war.

Wenn es erlaubt ist, die Schlussfolgerungen des Papers auf Deutsch - Andernfalls löschen.

PS
Die enorme (und vor "James") nicht erwartete Helligkeit der ersten Galaxien, die nicht von AGNs oder Quasaren herrühren sollen, hat nichts mit N zu tun, glaube ich zumindest. Im Punkt 4.2. wird die Frage gestellt (und theoretisch beantwortet): Seite 13: Was lässt leuchtkräftige Galaxien bei z > 10 so hell leuchten?



Mondlicht
ZUSAMMENFASSUNG & AUSBLICK S. 15

Diese Arbeit präsentiert erste Ergebnisse der „Mirage or Miracle“-Durchmusterung (MoM), die wir zur spektroskopischen Untersuchung der Häufigkeit und Beschaffenheit leuchtkräftiger Galaxienkandidaten bei z > 10 konzipiert haben. Hier stellen wir MoM-z14 vor, eine bemerkenswert helle Quelle (MUV = −20,2) bei z= 14,44, deren Entdeckung die kosmische Grenze auf ≈ 280 Millionen Jahre nach dem Urknall verschiebt. Wir finden Folgendes:

• Die NIRCam-Aufnahme von MoM-z14 zeigt ein robustes Abfallsignal (z = 14,86+0,47 −1,50), das, wie das nachfolgende NIRSpec-Prismenspektrum zeigt, auf einen scharfen Lyα-Abbruch bei z = 14,42+0,10 −0,09 zurückzuführen ist. Bemerkenswerterweise zeigt das Prismenspektrum für eine Galaxie dieser frühen Epoche mehrere Ruhe-UV-Emissionslinien (C IV, C III, N IV, N III, He II + O III). Dies ermöglicht eine recht präzise Rotverschiebungsbestimmung (z-Linien = 14,44 + 0,02) und bietet gleichzeitig eine einzigartige Gelegenheit zur detaillierten physikalischen Charakterisierung. [Abb. 1, 2, Tab. 3, §3.1]

• Die Quelle ist recht kompakt und dennoch räumlich aufgelöst, was einen dominanten AGN-Beitrag ausschließt (zirkularisiertes re = 74 + 15 pc). Sie gehört wie GNz11 und GLASS-z12/GHz2 zu den Ausreißern, da sie für ihre Leuchtkraft und Rotverschiebung extrem kompakt ist. [Abb. 4, 5, §3.2.1]
• Die Modellierung der spektralen Energieverteilung (SED) und starker UV-Emissionslinien zeigt eine SMC-ähnliche Zwerggalaxie (≈ 108 M⊙), die sich in einem Ausbruch befindet und effizient große Mengen ionisierender Photonen durch ein nahezu staubfreies interstellares Medium emittiert [Abb. 6, 7, Tab. 1, §3.2.2, §3.2.3]

• Möglicherweise damit zusammenhängend scheint die unmittelbare Umgebung von MoM-z14 teilweise ionisiert zu sein, was durch das Fehlen eines starken Dämpfungsflügels belegt wird. Lyα-Nachbeobachtungen und tiefergehende Spektroskopie der Bruchform werden helfen festzustellen, ob wir möglicherweise einen früheren als erwarteten Beginn der Reionisierung beobachten. [Abb. 9, §3.3]
Wir berichten über das helle Ende der spektroskopischen UV-Leuchtkraftfunktion (LF) bei z ≈ 14 − 15 basierend auf MoM-z14 und JADES-GS-z14-0 (zspec = 14,18). Wir bestätigen, dass die > 100-fache Überhäufigkeit relativ zu den Konsensmodellen vor dem JWST, die durch photometrische Messungen nahegelegt wird, keine Fata Morgana ist.
Wir demonstrieren vier Klassen von Modelllösungen, um diese Kluft zu überbrücken (UV-Variabilität, höhere Sternentstehungseffizienz, Kosmologie, Modifizierung des Masse-Leuchtkraft-Verhältnisses). Die UV-LF allein kann nicht zwischen diesen Lösungen unterscheiden, und tiefe Nachbeobachtungen einzelner Quellen und ihrer Umgebung sind erforderlich. [Abb. 11, §4.1,§4.2]

• MoM-z14 ist ein starker N IV]λ1487˚A-Emitter und fügt dieser neuen Klasse von Quellen, die nun eine Reihe von leuchtkräftigen Little Red Dots, AGN mit breiten Spektrallinien und extrem kompakten sternbildenden Galaxien umfasst, das bisher höchste Rotverschiebungsbeispiel hinzu. Tatsächlich könnte MoM-z14, vorbehaltlich der Bestätigung durch hochauflösende Spektroskopie, zu den stickstoffreichsten Quellen gehören, die bisher mit dem JWST entdeckt wurden ([N/C] > 1). Es liefert weitere Belege für eine Größen-Chemie-Bimodalität bei z > 10, wobei ausgedehnte Quellen tendenziell stickstoffschwach sind, während kompakte Quellen starke N-Emitter sind. [Abb. 5, 8, §3.2.3]

• Wir interpretieren MoM-z14 und N-Emitter mithilfe der galaktischen Archäologie und verbinden ihre Häufigkeitsmuster mit den ältesten Sternen, die in der Milchstraße bei z ≳ 4 ("Aurora“/die „Protogalaxie“) entstanden sind, sowie mit Kugelsternhaufen. Die N-Anreicherung, Helligkeit, Spektren harter Ionisation, Sterndichte, Morphologie, Rotverschiebungsabhängigkeit und der Anteil Schwarzer Löcher dieser Quellen könnten mit kugelsternhaufenähnlichen Umgebungen in Verbindung stehen, in denen unkontrollierte Kollisionen außergewöhnliche Objekte wie supermassereiche Sterne erzeugen können. [Abb. 5, 8, §4.3]

Dass sich die Anzahl leuchtkräftiger Galaxien zwischen z ≈ 10 und z ≈ 14–15 nur allmählich verändert, ist nun spektroskopisch fundiert.
Das Glück, in einem Universum zu leben, das von GN-z11-Galaxien nur so wimmelt, bedeutet, dass Hunderte bemerkenswert leuchtkräftiger Galaxien bei z ≈ 15 in Erreichbarkeit des JWST liegen könnten. Das JWST selbst scheint bereit zu sein, eine Reihe großer Erweiterungen der kosmischen Grenze voranzutreiben – zuvor unvorstellbare Rotverschiebungen, die sich dem Zeitalter der allerersten Sterne nähern, scheinen nicht mehr weit entfernt.



 
Letzte Änderung: 1 Tag 8 Stunden her von Mondlicht2.
Danke von: Z.

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

Re: MoM-z14 reviewed - Erstaunlich reich an Stickstoff - Bisher älteste Galaxie

1 Tag 8 Stunden her - 1 Tag 8 Stunden her
#11822
Noch eine Frage, Z., wenn es erlaubt es - und ein gutes Wochenende:
Ich las in deinem vorgelegten peer reviewed paper unter:

 4.2. What makes luminous z > 10 galaxies shine so bright? bzw. 4.3. Insights from the Milky Way into MoM-z14, early bright galaxies, and supermassive black holes
… For instance, in Early Dark Energy (EDE), an increased early expansion relative to ΛCDM decreases the physical sound horizon measured in CMB, resulting in shifts of the inferred cosmological parameters. This solves the Hubble tension with a side effect of enhancing dark matter halo abundance at… page 14   arxiv.org/pdf/2505.11263  
Was hälst du denn von EDE? (Schon vor Jahren fasste, klar, Adam Riess, wer sonst, die bereits damals „unzähligen“ EDE Papers in einer Arbeit zusammen…
Und wir haben hier zwei peer reviewed articles... auf Nature (u.a.) veröffentlicht... Ich bin nicht auf dem Laufenden.

Mondlicht

 
Letzte Änderung: 1 Tag 8 Stunden her von Mondlicht2.

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

  • Z.
  • Z.s Avatar Autor
  • Offline
  • Forum Fortgeschrittener
  • Forum Fortgeschrittener
  • Beiträge: 158
  • Thanks: 27

Re: MoM-z14 reviewed - Erstaunlich reich an Stickstoff - Bisher älteste Galaxie

1 Tag 3 Stunden her - 1 Tag 3 Stunden her
#11824
Hi Mondlicht,

Danke erstmal für die aufschlussreiche Zusammenfassung.
Meld mich noch.

Grüße
Z.

Kann eh noch nicht schlafen 

Ob es nun EDE ist oder zB. u.a. side track Inflations-Mechanismen, das habe ich ja ziemlich ausführlich und Ellenlang vor ca. 9 Monaten (im WuL und HS.. Thread) diskutiert. Der Diskurs war anstregend und aufwendig, nur um da mal ein paar Ideen in die  mM. allzu homogen ablaufende Inflationstheo einzubringen. Kurzum, halte ich Argumente wie EDE für notwendig um sich den Problemen sehr früher Strukturbildungsprozesse aus anderen Blickwinkeln zu nähern. Vor allem da ich persönlich die sehr frühe Bildung von SL, als Verursacher, Brandbeschleuniger, von sehr frühen Strukturen präferiere, die welchen natürlich auch durch EDE zustande kommen konnten. 
Bis später.
Z.
 
Letzte Änderung: 1 Tag 3 Stunden her von Z..
Danke von: Mondlicht2

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

Re: MoM-z14 reviewed - Erstaunlich reich an Stickstoff - Bisher älteste Galaxie

17 Stunden 49 Minuten her - 13 Stunden 23 Minuten her
#11828
gelöscht
 
Letzte Änderung: 13 Stunden 23 Minuten her von Mondlicht2.

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

  • Z.
  • Z.s Avatar Autor
  • Offline
  • Forum Fortgeschrittener
  • Forum Fortgeschrittener
  • Beiträge: 158
  • Thanks: 27

Re: MoM-z14 reviewed - Erstaunlich reich an Stickstoff - Bisher älteste Galaxie

54 Minuten her - 43 Minuten her
#11829
Hi

Bzgl. KK nehmen wir doch stark an dass diese vorhanden. Sprich Dunkle Energie ein realer Teil der physikalischen Ordnung ist.
(Falls das was du fragtest so gemeint war.)

Am Anfang wird zunächst ein Inflatonfeld gedacht, das auf Grund eines Symmetriebruchs aus einem "falschen Vakuum" entsteht. Das I-Feld soll in der ersten Sekunde eine extrem glatte Raumstruktur mit angehend flacher Geometrie erzeugt und gleichzeitig eine homogene Energie/Massen-Verteilung im sich entfaltendem Raum verursacht haben. Die zum I-Feld nötige initiale Feld-Energie wird als Vakuumenergie bezeichnet.

Wie das I-Feld, speist sich auch die später für die Expansion verantwortliche DE (KK, die weit nach dem Anfangsszenario für die Expansion des U sorgt), aus Vakuumenergie. Der Unterschied zw. Inflations vs. KK-Vakuumenergien ist jedoch, dass die urtümliche Vakuumenergie nicht in einem bestehenden Raum eingebettet war, wie die der späteren DE. Aus der auf UK fluktuierten Gesamtenergie, spalten sich also zunächst spätere Materie und andere Energieformen ab, Raum entsteht, in diesem sind dann sozusagen restliche Dunkle Energieanteile eingebettet. (Alberts Esel hat sozusagen ein Häufchen gemacht.)

Die Problematik, dass sich schon sehr frühe Strukturbildung beobachten lässt (s. eingangs) hat dem gerade beschriebenen Szenario gemäß, nichts mit der späteren DE, sondern mit dem zeitlich an den Anfang gesetzten Inflatonfeld zu tun, das bereits in der ersten Sekunde nach UK eine flache Geometrie und homogene Energieverteilung erzeugt haben soll.

EDE
Um die Dynamik dieses Szenarios abzuändern, im Speziellen die stark homogene Energie und Massenverteilung, setzt EDE auf eine frühe Form der “DE”. EDEs Energieanteil wirkt also zeitlich bereits in der Frühphase, wird für kurze Zeit aktiv, sagen wir die ersten paar Millionen Jahre nach UK und verschwindet wieder. EDE stört somit die frühe Raum-Expansion (“bremst” sie sozusagen) und bewirkt einen vom Inflationsszenario abweichenden, leicht geänderten Dichteparameter. Folge, im anfänglich extrem flachen Raum entstehen ua. lokale Störungen der Geometrie, welche die dortige Energiedichte erhöhen. Dies begünstigt eine sehr frühe Strukturbildung.

Side track Inflation
Die von mir erwähnte “side track Inflation” verursacht das “gleiche” wie EDE, wirkt aber zeitlich weit früher. SDI setzt auf Störungen im anfänglichen Quantenfluktuations-Prozess auf UK und während der Inflationsphase. Sozusagen gestörte nicht homogene Quantenfluktuationen zum Zeitpunkt 0, die zu punktuell verstärkten (seeds sozusagen) Energieverteilung führen und oder Störungen der flachen Geometrie verursachen, die die spätere Masseverteilung beeinflussen.

Feynmans Spruch, “man solle gedanklich alles zulassen”....
Nun man muss erstmal alles mögliche Denken können um dann später das eine oder andere auszuschließen. Das Feynmans Zitat “nichts ausschließen” formuliert, ist wohl seinem Genie zuzuschreiben, das zuvor mannigfaltige Ideen in die Welt brachte...

Gruß
Z.

PS
Habe gesehen das du deinen Post mittlerweile gelöscht hast für den die Antwort drüber steht.
Hatte einen Stromausfall und konnte erst heut früh den bereits formulierten Text posten...
Z.
Letzte Änderung: 43 Minuten her von Z..

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.