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Der Spin von Sagittarius A*

Der Spin von Sagittarius A*

3 Tage 9 Stunden her - 3 Tage 9 Stunden her
#13703
Anscheinend war der Spin von Sgt A* bisher nicht wirklich bekannt…

Das Team um Stefan Gillessen vom MPI für extraterrestrische Physik berichtet im Paper über die Entdeckung eines lichtschwachen Hauptreihensterns namens S301, der Sgt A* auf einer Umlaufbahn mit einer Periode von 8,7 Jahren umkreist und einer so geringen Perizentrumdistanz, dass seine Maximalgeschwindigkeit 25.000 km/s erreicht; nähert sich dem Objekt bis auf das Zwölffache der Distanz Erde-Sonne; über die genaue Analyse der Bahnpräzession hoffen die Forscher den wahren Spin von Sgt A* direkt abzuleiten - durch diese extreme Nähe ist die Bahn des Sterns empfindlich genug, um die Mitführung der Raumzeit (Frame-Dragging) durch den Spin des MSL (=Massive SL) spürbar zu machen: - Einsteins RT soll anscheinend überprüft werden? - S301 fliegt so nah heran, dass seine Umlaufbahn durch diesen Raumzeit-Strudel leicht "wackelt"/Präzession. Misst man dieses Wackeln, testet man, ob Einstein recht hatte. (Lense-Thirring-Effekt).
Der Spin verrät, wie Sgt A* in den letzten Milliarden Jahren gewachsen ist; seine Geschichte soll demnach auch erforscht werden: Hat es Materie in gleichmäßigen, geordneten Portionen verschluckt, ist der Spin extrem hoch. Kam die Materie aus chaotischen, wechselnden Richtungen oder gab es Verschmelzungen mit anderen SL, ist der Spin eher niedrig. Ich dachte das sei bekannt… zumindest seine Masse...wie hat man die den errechnet? (KI noch nicht gefragt.)
Rotierende MSL können gewaltige Energie- und Plasma-Jets ins All schleudern, die das Gas in der gesamten Galaxie aufheizen und die Entstehung neuer Sterne stoppen können. Der Spin könnte uns zeigen, wie viel "Energie" in dem zentralen Motor des „Kosmischen Triebwerks“ gespeichert ist.

Wie hat der Hills Mechanimus Stern S301 auf diese extreme Bahn gebracht oder wie groß ist der Einfluss des L-T-Effekts im Vergleich zur klassischen Newton-Präzession ist und könnte man den Effekt beobachten?

0:00 bis 13:23
www.nature.com/articles/d41586-026-02607...33f35e09ea-501815778

Discovery of a star sensitive to the spin of Sagittarius A*
www.nature.com/articles/s41586-026-10894-w  (open access)

Mondlicht
Letzte Änderung: 3 Tage 9 Stunden her von Mondlicht2.
Danke von: Rainer Raisch, Eclipse4

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Re: Der Spin von Sagittarius A*

2 Tage 18 Stunden her
#13714
Die Masse eines Schwarzen Lochs lässt sich leicht bestimmen, aufgrund der Umläufe naher Sonnen. Daher kennt man die schon länger.

Der Spin ist deutlich schwieriger zu messen, daher versucht man das jetzt eben mit Präzisionsmessungen. Ich denke nicht, dass man damit die ART überprüft. Im Zweifelsfall würde man einen falschen Spin Wert rausbekommen.

Was ich nicht verstehe, wenn man den Spin von heute misst, ist das eine aktuelle Momentaufnahme. Man kann damit sich ungefähr ausmalen, was passiert sein könnte. Eine Aussage, dass man damit die Geschichte erforscht, halte ich erstmal für überzogen.
Danke von: Mondlicht2

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Re: Der Spin von Sagittarius A*

2 Tage 13 Stunden her - 2 Tage 13 Stunden her
#13720
Hallo Claus!

Dank dir für die Informationen.
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Der Spin ist deutlich schwieriger zu messen, daher versucht man das jetzt eben mit Präzisionsmessungen. Ich denke nicht, dass man damit die ART überprüft. Im Zweifelsfall würde man einen falschen Spin Wert rausbekommen.
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Was ich nicht verstehe, wenn man den Spin von heute misst, ist das eine aktuelle Momentaufnahme. Man kann damit sich ungefähr ausmalen, was passiert sein könnte. Eine Aussage, dass man damit die Geschichte erforscht, halte ich erstmal für überzogen.
Ich habe Quellen gesucht, schau mal, Claus, meinst du nicht, dass das stimmt?
www.mpe.mpg.de/7260308/Tests-of-General-Relativity

mpg.de checkt mit dem Forschungsprojekt die ART, indem sie die Bewegung des Sterns S301 um das rotierende Schwarze Loch im Zentrum der Milchstraße vermessen, um den Lense-Thirring-Effekt zu überprüfen. Durch den Abgleich der gemessenen Bahn mit den Vorhersagen der Kerr-Metrik wird getestet, ob die Raumzeitgeometrie exakt den Einsteinschen Gesetzen folgt oder Abweichungen zeigt, was eine Verletzung des No-Hair-Theorems bedeuten würde.

nachrichten.idw-online.de/2026/08/19/ein...chs-der-milchstrasse  -
Berechtigter Einwand, mmh.
Das Astrophysiker von einer „Zeitmaschine“ oder der „Erforschung der Geschichte“ sprechen, liegt darin wenn es nicht übersteigertes Gehype ist, dass der heutige Spin die gesamte Vergangenheit von Sagittarius A* verrät, davon wird ausgegangen:
Der Spin wird so beeinflusst:
Wenn Gas, Staub oder ganze Sterne hineinfallen, bringen sie einen Drehimpuls mit. Fällt das Material über Milliarden Jahre gleichmäßig aus einer Richtung ein, wird das SL extrem schnell (hoher Spin).
Oder durch merger:
Wenn die Milchstraße in der Vergangenheit mit einer anderen Galaxie verschmolzen ist (wie es heißt) und deren zentrales SL mit Sgr A* kollidiert ist, verändert das den Spin schlagartig – je nach Einschlagwinkel kann er beschleunigt, abgebremst oder gekippt werden.
Aus dem Paper geht hervor (inzwischen gelesen):
Das die Astrophysiker rückwärts rechnen werden, sobald sie dank S301 den Spin von Sgr A* kennen:
Ein niedriger Spin würde bedeuten, dass Sgr A* seine Masse eher durch viele kleine, chaotische „Snacks“ aus allen möglichen Richtungen erhalten hat, die sich vom Drehimpuls her gegenseitig aufgehoben haben.
Ein extrem hoher Spin bewiese, dass das SL über lange Zeiträume hinweg eine gigantische, gleichmäßige „Dauerfütterung“/stabile Akkretionsscheibe hatte oder eine große Verschmelzung stattfand.
Der heutige Spin ist demnach das Endergebnis von Milliarden Jahren galaktischer Evolution. Die Forscher lesen die Geschichte quasi am "Zählerstand" ab aber vielleicht ist es nur Schaumschlägerei.

Mondlicht mit lieben Grüßen
Letzte Änderung: 2 Tage 13 Stunden her von Mondlicht2.

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Re: Der Spin von Sagittarius A*

2 Tage 13 Stunden her
#13722
Hallo Mondlicht

schau mal hier:



GZ.

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Re: Der Spin von Sagittarius A*

2 Tage 13 Stunden her - 2 Tage 13 Stunden her
#13723
Super, Z., kurz und knapp, vielen Dank. Passt so gut zu deinem Thema bzw. zu dem Post von WL01 - von wegen, Einsteins RT auf dem Prüfstand darf nicht sein oder nur unter spezieller Prämisse was ich aber nicht glauben kann, jedenfalls nicht absolut...na, wir werden sehen, was bei rumkommt  Vielleicht werden auch die "Anfangssingularitäten" abgeschafft... 
Bis dann, mein Lieber
Letzte Änderung: 2 Tage 13 Stunden her von Mondlicht2.

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Re: Der Spin von Sagittarius A*

2 Tage 10 Stunden her - 2 Tage 9 Stunden her
#13726
Einsteins RT soll anscheinend überprüft werden?
Eigentlich ist es anders herum, ART wird benützt, um aus den Beobachtungen die Rotation zu berechnen.

Das lässt sich dann mit anderen Beobachtungen (im Video erwähnt) verifizieren, was letztlich dann die ART bestätigen kann. Aber darauf würde ich nicht viel geben, denn es gibt offensichtlich keine anderen Beobachtungen, die für mehr als eine grobe Abschätzung hinreichen würden.
verändert das den Spin schlagartig – je nach Einschlagwinkel kann er beschleunigt, abgebremst oder gekippt werden.
Eben. wenn es eine einzige Akkretion wäre, könnte man das berechnen, aber bereits bei zwei Ereignissen lassen sich beliebige willkürliche Aufteilungen modellieren. Man kann also allenfalls ein Mittelmaß modellieren.

Oder man modelliert zuerst eine Standardwolke, alles andere setzt eine gleichmäßige Berieselung von Anfang bis Ende voraus, was vollkommen unrealistisch wäre. Es ist viel wahrscheinlicher, dass es sich um unterschiedliche Perioden handelte.

Insgesamt halte ich rein gar nichts von dem Versuch einer Rückrechnung, solange es für jeden einzelnen Zeitabschnitt kein valides Modell gibt.
Letzte Änderung: 2 Tage 9 Stunden her von Rainer Raisch.
Danke von: Mondlicht2

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Re: Der Spin von Sagittarius A*

1 Tag 13 Stunden her - 1 Tag 13 Stunden her
#13738
Ich habe Quellen gesucht, schau mal, Claus, meinst du nicht, dass das stimmt?
www.mpe.mpg.de/7260308/Tests-of-General-Relativity


 
Natürlich stimmt das. Aber soweit ich sehe, werden Vorhersagen außerhalb des Schwarzen Lochs geprüft. Und hier würde ich mich schwer wundern, wenn man irgendwelche Abweichungen finden würde.

Ich habe speziell die Spin-Messung des Schwarzen Lochs gemeint. Und hier glaube ich nicht, das man hier die ART prüfen kann, da die ART ja die Messgrundlage ist. Es sei denn man man bekommt ein Messergebnis, das mit keinem möglichem Spien übereinstimmt.
Letzte Änderung: 1 Tag 13 Stunden her von Clauss. Begründung: Typo
Danke von: Mondlicht2

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